Soll man kleine Kinder gewinnen lassen?

Tipps zum Umgang mit dem Verlieren

,,Es ist doch nur ein Spiel..."

Enttäuschte Verlierer, vom Tisch geschmissene Karten oder Steine, das Spielfeld ein einziges Chaos: Manchmal brauchen Eltern gute Nerven, wenn sie mit dem Nachwuchs einen gemütlichen Spieleabend verbringen wollen.
Geschwister Ravensburger
Ravensburger Spiele spielen
Wie schön, wenn sich abends die ganze Familie am Tisch versammelt, um miteinander zu spielen. Alle haben Spaß – bis auf Sofie.

Die Vierjährige ist die Jüngste und hat die letzte Runde verloren. Schon kullern ihr die ersten Tränen die Wangen hinunter, sie hat keine Lust mehr und findet alle blöd, besonders ihren großen Bruder. Für Sofie ist der Abend gelaufen. Aber soll man „die Kleine“ deshalb beim nächsten Mal gewinnen lassen?

„Nein“, sagt Diplom-Psychologin Kirsten Khaschei, „denn große Freude, genauso wie bittere Tränen sind wichtige Erfahrungen; beides, Gewinnen und Verlieren, gehört zum normalen Großwerden dazu“.
Ravensburger Spiele spielen
Vor allem in den ersten zehn Lebensjahren entsteht und wächst das kindliche Selbstbewusstsein, von Tag zu Tag differenziert es sich weiter aus.

Für Kinder ist es in diesem Entwicklungsabschnitt wichtig, sich neben den Erwachsenen zu behaupten. Dazu brauchen sie manchmal eine gewisse Vehemenz.

Spielen jüngere Kinder mit größeren Geschwistern oder Erwachsenen, so wollen sie natürlich auch gern Erfolg haben! Das ist wichtig für ihr wachsendes Selbstbewusstsein. Klappt das nicht, sind sie enttäuscht, können unglaublich trotzig oder wütend werden oder auch einfach nur bitterlich weinen.
Junge Kartenspiel Ravensburger
Vater und Sohn spielend Ravensburger


„In solchen Momenten sind wir Erwachsenen gefragt – als gutes Vorbild und Rollenmodell“, erklärt die Diplom-Psychologin, „denn Kinder lernen vor allem durch Beobachtung und Nachahmung. Sie würden sie auch sofort merken, wenn man sie gewinnen ließe – dann fühlen sie sich zu Recht nicht ernstgenommen und reagieren oft noch trotziger oder verzweifelter.“.

„Vorbild sein“ lautet also die Devise. Aber was zeichnet einen guten Verlierer aus? Das ist jemand, der trotz Pech im Spiel gelassen bleibt und sich am Erfolg seiner Mitspieler freuen kann.

Und ein fairer Gewinner? Freut sich an seinem Erfolg, aber stellt sich nicht in den Mittelpunkt, sondern zeigt den Mitspielern bzw. den Verlierern gegenüber Respekt. Auf keinen Fall piesackt er diejenigen, die verloren haben.
Vater und Sohn spielend Ravensburger
„Ob Kinder gute Verlierer werden, hat also viel mit unserer Haltung als Erwachsene zu tun“, so Kirsten Khaschei. Der tröstliche Satz „Es ist doch nur ein Spiel“ weist dabei auf einen wichtigen Aspekt: Es ist nämlich immer eine Frage der Vereinbarung, ob man nur zum Spaß spielt oder um die Wette.

Gerade Kindergarten- und Vorschulkinder vergießen oft Tränen, wenn sie beim Spielen zu oft verlieren.

Am einfachsten lassen sich Tränen vermeiden, wenn das Spiel ein ausgewogenes Verhältnis von Glück und Wissen und/oder taktischem Können bietet. So kann jeder Mitspieler eine Stärke ausspielen. Wenn in der Familie Teams gebildet werden, spielt es sich noch entspannter!
Vater und Kind spielen mit Ravensburger

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