Wohnt ein Monster unter meinem Bett?

Kindern mit Gute-Nacht-Geschichten die Angst vor der Dunkelheit nehmen

Die Angst vor der Dunkelheit

„Mama, nicht das Licht ausmachen, sonst schwebt das Gespenst aus der Ecke …“ – „Papa, unter meinem Bett wohnt ein Monster, es macht schreckliche Töne …“ Licht, Schatten, Geräusche: Wenn Kinder müde sind, reagieren sie besonders empfindlich auf alles, was um sie herum passiert. Dann brauchen sie Nähe und Beistand. Beides können Eltern ihren Kindern mit bewusst ausgesuchten, positiven Gute-Nacht-Geschichten schenken.

Wie kindliche Fantasie zu Ängesten führen kann

Kinder, egal welchen Alters, haben eine lebhafte Fantasie. Sie können sich problemlos vorstellen, dass ein Baum oder Auto lebt, dass Tiere sprechen oder eine gute Fee jedem, der sie trifft, drei Wünsche erfüllt. Tagsüber drückt sich dieses Erleben beim Spielen, Malen oder Toben aus. Abends, wenn Kinder müde werden und zur Ruhe kommen, „arbeitet“ die kindliche Fantasie weiter.

Vieles, was am Tag geschehen ist, wird jetzt in Gedanken noch einmal nacherlebt oder durchgespielt – positive Erfahrungen und Erfolgserlebnisse ebenso wie Befürchtungen, Ängste oder bedrohliche Erfahrungen. Gut, wenn die Kinder darüber sprechen, und verständlich, wenn sie mit ihren Sorgen und Ängsten am Abend nicht allein bleiben wollen.

Vorlesen schafft Nähe und viele positive Gefühle

Gespenster, Monster, böse Tiere – manchmal sind es ganz konkrete Fantasien, die den Kindern Angst machen. Eltern sollten diese Ängste und Befürchtungen ernst nehmen und in kuschelig-geborgener Atmosphäre mit ihren Kindern darüber sprechen. Hilfreich ist auch, vor dem Einschlafen gemeinsam eine kleine Geschichte zu lesen, die zum Thema passt. Angst vor der Dunkelheit? Die hat auch Platsch, „Die kleine Eule“, die die Nacht nicht mag und viel lieber ein Tagvogel wäre… Dank der kleinen Eule fühlt sich das Kind mit seiner Angst nicht mehr allein.

Ein sicherer Rahmen – für kleine und große Kinder

Alle Kinder durchlaufen beim Großwerden verschiedene Entwicklungsphasen und lernen dabei ständig neue Gefühle oder Gefühlsvarianten von z.B. Angst, Neugier oder Mut kennen. Tag für Tag kommen neue, aufregende Erlebnisse dazu. Nach viel Trubel tagsüber profitieren Kinder von einer festen Struktur und Routine am Abend, die ihnen Ruhe und Sicherheit gibt. Ein immer gleich ablaufendes „Programm“ – z. B. erst gemeinsam zu Abend essen, danach Zähne putzen, dann vorlesen (vielleicht mit Kuscheltier, das bleibt ja auch da, wenn Mama oder Papa gehen), zum Schluss der Gute-Nacht-Kuss – erspart Kindern wie Eltern anstrengende Diskussionen um das Wie-und-wann-ins-Bett und entlastet so die ganze Familie.

Unsere 5 Tipps für ruhige Nächte

1. Spielen und Toben muss sein

Tagsüber braucht die kindliche Fantasie freien Lauf – Bewegen und Toben an der frischen Luft schafft im wahrsten Sinn des Wortes „Spielraum“ für viele neue Erfahrungen. Am Abend sind die Kinder müde und ausgepowert, das erleichtert das Einschlafen.

2. Kinder brauchen viel Schlaf

Schlaf fördert nicht nur das Lern- und Konzentrationsvermögen, sondern beugt auch Nervosität oder Ängstlichkeit vor. Mit zwei Jahren brauchen Kinder im Durchschnitt etwa 13 Stunden Schlaf, im Grundschulalter etwa elf Stunden (plus/minus zwei Stunden).

3. Zeit zum „Runterkommen“ einplanen

Lassen Sie den Tag gemeinsam und in Ruhe ausklingen, das gilt vor allem für die letzte Stunde vorm Zubettgehen. Jetzt nichts mehr essen und auf Ablenkung durch Computer, Smartphone, Fernsehen oder Tablet verzichten. Was dann noch bleibt? Zum Beispiel Malen, Basteln, Puzzeln, Kuscheln, Musikhören oder Vorlesen.

4. Vorlesen – wie schön!

Auch wenn größere Kinder schon selbst lesen – wenn Mamas oder Papas Stimme erklingt, schafft das Nähe und Geborgenheit, die Kinder gehen mit einem ruhigen und sicheren Gefühl in ihr Zimmer oder ins Bett.

5. Ruhe plus Routine schafft Sicherheit

Kinder lieben es, wenn alles „seine Ordnung“ hat. Sorgen Sie deshalb jeden Abend für das gleiche „Programm“ – das ist nicht langweilig, sondern beruhigt. Für Geborgenheit im Kinderzimmer sorgen neben Vorlesen und Erzählen auch lieb gewonnene Kuscheltiere, sanftes Licht – vielleicht sogar ein kleines lustiges Kinder-Nachtlicht, Schlaflieder oder eine ruhige Einschlafmusik.
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