Piggeldy & Frederick

Wie die Idee entstand

Elke Loewe erzählt wie die Idee keimte

Dieter Loewe möchte 1971 eine Animationsfilm-Serie produzieren. Mangels Geld muss ich mir etwas ausdenken, das ohne großen Zeitaufwand zu zeichnen ist und sich einfach animieren lässt. Eine Geschichte braucht einen Keim. Besser sind zwei. Dann kann ein Pflänzchen sprießen.

Der erste Keim

Zwei Brüder sitzen am Küchentisch. Der kleine entdeckt gerade, dass es auf Fragen Antworten gibt. Der große ist genervt, erklärt aber geduldig. Beide sind vergnügt. Fragen und Antworten? Tiere machen sich immer gut. Elefanten? Bären? Katzen? Hunde?

Der zweite Keim

Ein Blick aus dem Küchenfenster. Der Bauer hat ein Stöckchen in der Hand, pfeift ein Lied und dirigiert seinen dicken Eber zum Date mit einer Sau.

Der Eber trabt grunzend mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Sandweges, schnüffelt an Löwenzahn, Wegerich und manchmal am blauen Himmel.

Bauer und Eber scheinen eins mit der Welt zu sein.
Schweine? Die sind schlau, verspielt und komisch obendrein.

Piggeldy&Frederick bei Ravensburger

Das Pflänzchen aus zwei Keimen

Ein kleines Schwein könnte ein großes Schwein etwas fragen - Dieter Loewe zeichnet. Pigs, sagt er. Sie sind rosa, rund und laufen hintereinander auf einer grünen Wiese.

Pigs? Piggsy? Piggely? Piggeldy? Genau, so soll das kleine Schwein heißen.

Und das große? Am besten etwas Dreisilbiges dazu, Namen müssen klingen. Piggeldy und Kasimir? Piggeldy und Balthasar? Piggeldy und Frederick! Ich sitze auf einem Stuhl am Tisch und schreibe: Piggeldy wollte wissen, wie man auf einem Stuhl am Tisch sitzt. „Frederick“, fragte Piggeldy seinen großen Bruder, „Frederick, wie sitzt man auf einem Stuhl am Tisch?“ „Nichts leichter als das“, antwortete Frederick, „komm mit.“
Piggeldy&Frederick bei Ravensburger

Frederick erklärt Piggeldy die Welt

Diese erste Geschichte gibt bereits die Erzählstruktur für alle weiteren Geschichten vor.

In den meisten Filmen, ab 1995 auch im Ravensburger Bilderbuch, wandern Piggeldy und Frederick durch die norddeutsche Landschaft. Piggeldy fragt und Frederick antwortet. Beide reden ohne Unterlass, blöd – und tiefsinnig zugleich, gehen Dingen auf den Grund, nehmen Wörter auseinander, regen sich über die Menschen auf und zanken sich bitterböse, doch am Schluss jeder Geschichte versöhnen sie sich, um gemeinsam nach Hause zu gehen.

Denn ganz unten auf der DIN A 4-Seite der ersten Geschichte steht der Satz, der von nun an immer der letzte sein wird: Und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause. Das ist mir ganz besonders wichtig.

Piggeldy&Frederick bei Ravensburger

Wo wohnen Piggeldy und Frederick eigentlich?

So lautet eine häufig gestellte Frage. Zuhause, sage ich stets. 1971 entstanden die zwei liebevollen Schweine in dieser alten Schule. Und noch eine Frage: Wie bist du darauf gekommen, die beiden Schweinchen philosophieren zu lassen, sodass auch unzählige Erwachsene deren Fans geworden sind? „Geheimnisse verrät man nicht“, sagte Piggeldy.

In einem Haus wie diesem schrieb Elke Loewe viele Geschichten von Piggeldy und Frederick.
Und bis heute laufen Piggeldy und Frederick weiter
hintereinander her und erklären sich und uns die Welt.

Alte Schule
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