Sommer für Mamas

Wenn die Ferienzeit zum Organisationsexperiment wird
Anke Brinkmann

von Anke Brinkmann

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

Sie erinnern sich, richtig? An den Sommer, nicht an das Lied. An den Sommer, wie er früher einmal war, ganz ohne niederländischen Akzent. Sie hatten Zeit, ihren Schatz (oder zumindest gute Freunde) bei sich, kaum Geld und dafür eine Menge tolle Ideen, wie der Sommer sein sollte. Auf jeden Fall ans Meer oder ein Abenteuer auf Interrail, ausschlafen, Ravioli essen auf einem Campingplatz im Süden, für nichts und niemanden verantwortlich sein.

Das war was. Oder für die besser betuchten: Wie wäre die Erinnerung an ruhige Hotelpools, an denen man nichts zu tun hatte, außer darauf zu achten, vor vier kein Bier zu trinken? Ein Traum – der Sommer schien kein Ende zu haben.

Das ist die einzige Konstante hin zum Familienurlaub. Die Ferienzeit scheint kein Ende zu haben.

Wer betreut wann mit wem die Kinder? Wann schließen Kita, Hort und Co.? Ich kenne keine Familie, die da nicht irgendwann an ihre organisatorischen Grenzen gerät.

Bei uns ist das noch relativ harmlos. Wir haben ein Kind und ich arbeite selbstständig. Das heißt, ich muss zwar während der Ferienzeit auf Umsatz verzichten, aber bezüglich der Kinderbetreuung muss ich keine Purzelbäume schlagen. Zudem sind Großeltern und Tanten am Start und können im Notfall mit eingebunden werden. Meine Bekannte hat da ein bisschen mehr zu stemmen und darüber möchte ich heute berichten.

Anita hat drei wunderbare Kinder: Tini (8), Ella (5) und Theo (2). Ja, genau: ein Kind in der Schule, eines im Kindergarten und eines in der Kita. Wundervoll im Sommer. Das Budget reicht für genau zwei Wochen Urlaub mit der ganzen Familie. Die restlichen vier Wochen Ferienzeit müssen irgendwie überbrückt werden. Anita und ihr Mann arbeiten Vollzeit. Die Ferien müssen sie mit ihren Urlaubstagen und einer straff geführten Excelliste organisieren. Tini, die Große, fährt noch zwei Wochen mit den Pfadfindern weg, danach hat der Hort Gott sei Dank wieder auf. Ella und Theo müssen daheim beschäftigt werden, damit Anita das von ihrem Arbeitgeber großzügig eingerichtete Homeoffice wenigstens zeitweise zum Arbeiten nutzen kann. Ansonsten müssen die beiden zu Omas, Tanten und Bekannten verfrachtet werden, soweit das geht. Anita sagt, dass sich ihr Sommer, seit sie Kinder hat, anfühlt, wie mit zu großen Bällen zu jonglieren. Weil sie weiß, was auf sie zukommt, wenn der gemeinsame Urlaub vorbei ist, muss diese Familienzeit natürlich besonders erholsam sein. Also dürfen ihre Kinder im Familienurlaub weder meckern noch streiten, nicht alle paar Minuten auf die Toilette gehen oder Hunger haben. Sie müssen sich immer allein beschäftigen und ansonsten gut gelaunt und fröhlich sein. Sie fragen sich, wie das gehen soll? Anita auch. 😊

Jedes Jahr schaffen sie es wieder irgendwie, aber es gehen grundsätzlich kostbare Urlaubstage der Eltern mit drauf. Kostbar auch deshalb, weil die Zeit, die eine Familie in entspannter Urlaubsatmosphäre miteinander verbringen kann, sowieso wirklich knapp ist. Natürlich sind die Erinnerungen an den Sommer, wie er früher einmal war, eigentlich nicht zu vergleichen mit der Freude, die einem Ferienkinder bereiten können. Die Aufregung am Abreisetag, die Begeisterung, wenn das Meer oder die Berge in Sichtweite sind, die Pommes im Freibad mit nassen Haaren und der Duft von Eiscreme dreimal am Tag – Anita hätte in Wahrheit gerne mehr davon, wie sie mir anvertraut hat. Ich verstehe sie gut.

Ein bisschen was kann man schon unternehmen, damit die Ferienzeit kein Familiendrama für Mama und Papa wird. Natürlich erfordert das Leben mit drei wunderbaren Kindern Planung und Weitsicht. Also startet Anita immer rechtzeitig vor Ferienbeginn eine Vorweihnachtswunschliste für die Kinder. Zu Weihnachten gibt es immer so viel, da wird die Familie glatt zur Ratenzahlung aufgefordert. Eine sehr gute Idee, wie ich finde. Jedes Kind bekommt zwei Spiele, die für den Sommer gut geeignet sind, und wenn es besonderen Ferienspaß wie einen Besuch im Freizeitpark oder Ähnliches geben soll, steht das auf der Wunschliste. Die Kinder malen jedes Jahr mit Feuereifer Weihnachtsbäume am Strand und verzieren die Wunschliste damit. Die Auswahl an Sommerspielen ist riesig und so kommen alle Kinder auf ihre Kosten und haben ein paar Dinge, die ganz neu und deshalb besonders faszinierend sind.




Anke Brinkmann lebt mit ihrem Mann und der fünfjährigen Tochter in München. Sie liebt es, Familiengeschichten zu schreiben – ihre eigenen und auch die von anderen. Dabei ist es ihr besonders wichtig, vom echten, ungeschminkten Leben als Familie zu erzählen. Zum Brüllen komisch und manchmal nervig und fordernd bis zum Anschlag! Als Autorin ihres persönlichen Blogs muttiglueck.de erreicht Anke jeden Monat sehr viele Eltern und hört sehr viele Geschichten. Einige davon teilt sie hier in ihrer Mama-Kolumne mit uns.

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