Fußball-Fieber!

Die Fußball-Weltmeisterschaft fasziniert Klein und Groß, die Spannung steigt von Spiel zu Spiel. Was Eltern jetzt wissen sollten

Die Fußball-WM 2018 im TV: Kleine Fans brauchen klare Regeln

Das offizielle Maskottchen der FIFA WM in Russland steht schon bereit: Zabivaka, der kleine russische Wolf, wird bis zum Finale Mitte Juli insgesamt 64 Spiele begleiten. Die letzte Weltmeisterschaft haben 3.2 Milliarden Menschen rund um den Globus verfolgt, das ist fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Auch in diesem Sommer werden Klein und Groß wieder gebannt vor dem Bildschirm sitzen, die Spannung steigt von Spiel zu Spiel. Was Eltern dabei beachten sollten

Fußball total: Welche Spiele lasse ich mein Kind sehen?

Die Fußball-WM 2018 im TV, insgesamt 64 Spiele in gut vier Wochen, dazu die teilweise ausführliche Spielvorbereitungs- und Nachbereitungs-Berichterstattung: Da kommt eine stattliche Menge an Fernsehminuten zusammen. Manche Eltern fragen sich: Wie viele Spiele lasse ich mein Kind sehen? Was ist altersangemessen? Und wie kann ich verhindern, dass meine Tochter oder mein Sohn während der Fußballweltmeisterschaft plötzlich zum „Dauerglotzer“ wird? Bei der Beantwortung dieser Fragen spielen viele unterschiedliche Dinge eine Rolle, etwa das Alter der Kinder, die Frage, ob es jüngere oder ältere Geschwister gibt oder auch die Ausprägung der Fußballbegeisterung in der Familie, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zur Einordnung: das durchschnittliche tägliche „Fernseh-Budget“

Vielleicht helfen ein paar allgemeine Angaben zur Mediennutzung von Kindern bei der Einordnung: Laut miniKIM-Studie 2014* schauen die Kinder mit durchschnittlich 2,1 Jahren zum ersten Mal fern. Jedes vierte Kind schaute mit einem Jahr fern, die Hälfte mit zwei Jahren und ein Viertel mit drei Jahren. Fast jedes dritte Kind zwischen zwei und drei Jahren sowie jedes zweite zwischen vier und fünf Jahren schaut (fast) täglich fern. Im Durchschnitt sehen die Zwei- bis Dreijährigen 34 Minuten, Medienpädagogen empfehlen Fernsehen erst für Kinder ab 3 Jahre (ca. 30 Minuten pro Tag). Die Vier- bis Fünfjährigen schauten 52 Minuten pro Tag (Empfehlung für 6 bis 9 Jahre ca. 45 Minuten pro Tag, ab 10 Jahre ca. 60 Minuten). Das heißt: Ein Spiel von 90 Minuten übersteigt bei den jüngeren Kindern das durchschnittliche tägliche "Fernseh-Budget" deutlich. Grundsätzlich sollten Eltern ihren Kindern deshalb schon vor dem Start der ersten Spiele erklären, dass es eine große Ausnahme ist, wenn sie ein ganzes Spiel schauen dürfen. Aber schließlich ist eine WM ja auch nur alle vier Jahre!

*Für die Studie miniKIM 2014 (Kleinkinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest wurden die Haupterzieher zum Medienumgang ihrer Kinder befragt.

Kinder unter 3 Jahre: Fußball für die Allerkleinsten – ist das okay?

Auch wenn jüngere Kinder schon TV gucken – „Fernsehen ist für diese Altersgruppe (Kinder unter drei Jahren) kaum geeignet“, erklärt die Initiative "Schau hin!"*, "denn das komplexe Zusammenspiel von Bild und Ton in einer fortlaufenden Geschichte überfordert ihre Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeiten." Kleine Kinder haben ihre eigene Art, mit diesem Umstand umzugehen: Sie verlieren an einem 90-Minuten-Fußballspiel in der Regel relativ schnell das Interesse und wenden sich anderen Dingen zu, suchen sich z.B. andere Kinder zum Spielen und Herumtoben oder beschäftigen sich mit ihren Lieblingsspielzeugen. Deshalb ist es schlau, wenn sich Familien beim Fußball gucken zusammentun und genug Platz zum Zuschauen, aber auch zum Spielen ist. Dann wird auch jüngeren Kindern, soweit sie überhaupt noch wach bleiben dürfen, nicht langweilig.


*"Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht." ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM.
Familie schaut Fernsehen

Kinder ab 3 Jahre: Kindgerecht schauen – mit spielfreien Tagen

Zur letzten Fußball-WM 2014 in Brasilien hat "Schau hin!" elf Goldene Regeln aufgestellt, wie Eltern auch während der WM die Fernsehnutzung kindgerecht gestalten können und der besonderen Situation gerecht werden. Eine dieser Regeln lautet: "Spielfreie Tage müssen sein". Weiter heißt es: "Fernsehen sollte auch während der WM nicht die einzige Freizeitbeschäftigung Ihrer Kinder sein. Sorgen Sie für spielfreie Tage. Machen Sie Vorschläge, was Ihre Kinder an diesen Tagen unternehmen können und bieten Sie auch Dinge an, die Ihre Kinder zur Ruhe kommen lassen, z.B. gemeinsames Vorlesen." Grundsätzlich benötigen Kindergarten-, Vorschul- und Grundschulkinder beim Fernsehen auf jeden Fall elterliche Aufmerksamkeit und Begleitung. Das gilt auch fürs Fußball gucken, damit Kinder jederzeit Fragen stellen können, zum Beispiel zum Spielgeschehen, zu den Schiedsrichterentscheidungen oder den Zuschauer-Reaktionen.
'Schau hin!' 11 Goldene Regeln für die Mediennutzung zur Fußball-WM; Regeln zum Fußball-WM gucken – Sie sind Schiedsrichter!

Fußball-Fieber: Und was ist mit der Schule?

Erfahrungsgemäß gibt es auch unter den Lehrerinnen und Lehrern viele Fußball-Fans, die Verständnis dafür haben, dass in der letzten spannenden Woche des Turniers eine Menge Energie und Aufmerksamkeit der Kinder ins Spielgeschehen fließt. Wenn es trotzdem viele Hausaufgaben gibt oder womöglich eine Klassenarbeit ansteht, sind Kinder und Eltern gefragt, bei den späten Spielen kluge Kompromisse zu finden. Eine Möglichkeit könnte zum Beispiel sein, nur die erste Halbzeit zu schauen und gleich nach dem Aufstehen am nächsten Morgen gemeinsam im Netz noch einmal die Highlights und Tore der zweiten Halbzeit anzuschauen. Das Gefühl, wegen der Schule etwas Wichtiges zu verpassen, wenn man das Spiel gar nicht schauen darf (weil der Anpfiff um 21 Uhr schon zu spät ist) oder schon vor Spielende ins Bett muss, kann so zumindest ein bisschen getröstet werden. Denn wer darf normalerweise schon morgens vor der Schule Fußball gucken oder Tore sehen?

Kleine Fans, große Gefühle: Kinder und ihre Emotionen ernst nehmen

Keine Frage: Nicht nur für eingefleischte Fußball-Fans ist die Weltmeisterschaft eine hoch-emotionale Angelegenheit. Immerhin wurde die letzte WM in Brasilien etwa von der Hälfte der Weltbevölkerung gebannt am Bildschirm verfolgt und je näher das Finale rückt, desto mehr Gefühle sind im Spiel. Kinder sind für diese Gefühle nicht nur sehr empfänglich, sondern sie sind oft auch besonders eifrige und treue Fans. Zudem erleben sie das Gewinnen und Verlieren häufig sehr intensiv. Auch deshalb ist es für Kinder besonders wichtig und schön, wenn sie mit ihren Eltern und anderen Kindern und Erwachsenen zusammen ein Spiel schauen können, denn dann sind sie mit ihren Gefühlen nicht allein.

Noch mehr „Geflimmer im Zimmer“

In fast jedem zweiten Kinderzimmer und in etwas mehr als der Hälfte der Jugendzimmer steht heute ein Fernsehgerät. Die Online-Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gibt Tipps und Informationen zum Fernsehverhalten von Kindern und liefert viele Ideen, wie man in der Familie den Fernsehkonsum regulieren und genießen kann.

WM-Party muss sein: Fußball gemeinsam erleben – das bringt’s!

Elf Freunde: Fußball ist ein Mannschaftssport und deshalb macht Fußball gucken auch erst so richtig Spaß, wenn man die Spiele gemeinsam mit Kindern, Familie, Freunden oder Nachbarn schaut. Hier sind die besten Tipps für spannende und lustige Team-Events.



1. Trikots für alle: ein großartiger Spaß
Ob gemütlich vor dem TV-Bildschirm im Wohnzimmer, in Kino-Atmosphäre per Beamer auf die Wand übertragen, draußen im Garten oder beim Public Viewing um die Ecke: Fußball gucken ist ein Familien-, Freunde- und Team-Event. Besonders viel Spaß macht das Zusammensein, wenn alle Kinder und Erwachsenen, die zum Team gehören, sofort als Fans erkennbar sind. Wie wäre es mit einem Satz Trikots für alle? Alternativ kann man sich für ein schönes Teamgefühl zum Beispiel auch darauf einigen, Spiele zum Beispiel nur in weißen T-Shirts zu verfolgen. Oder, wenn die deutsche Mannschaft spielt, tragen die Zuschauer T-Shirts in Schwarz, Rot oder Gold (Gelb).
2. Schminkstifte in den schönsten Fan-Farben
Kinder schminken sich gern – und viele Fans, die das Glück haben, die Spiele live im Fußball-Stadion zu verfolgen, tun das auch, wie die Live-Berichterstattung immer wieder zeigt. Neben der schlichten Flagge auf einer oder beiden Wangen gibt es im Internet viele fantasievolle Vorlagen für Fans, die dazugehörigen Schminkstifte bekommt man in Drogerien, großen Supermärkten oder Kaufhäusern. Mit wenigen Schminkstift- oder Pinselstrichen können auch Erwachsene, die keine Erfahrung im Schminken haben, sich selbst und/oder ihrem Kind die Flagge der Lieblingsmannschaft auf die Arme oder ins Gesicht malen. Empfehlenswert für die empfindliche Kinderhaut ist wasserlösliche, dermatologisch getestete Schminkfarbe für Kinder. Außerdem braucht man dann einen Pinsel, ein Glas mit Wasser für die Pinsel, Babyfeuchttücher, falls es einen Strich zu korrigieren gibt und ein Haar- oder Stirnband, damit beim Schminken keine Haare ins Gesicht fallen.
3. Bewegung und Spiele in der Halbzeit
Kinder lieben Bewegung – deshalb werden auch die wenigsten eine ganze Halbzeit lang brav auf ihrem Platz sitzen bleiben. Schlau ist deshalb, wenn Kinder Plätze haben, die sie jederzeit ohne großes „Brimborium“ und ohne andere beim Zuschauen zu stören verlassen können. In der Halbzeit macht es, wenn genug Platz ist, natürlich Spaß, mit allen zusammen nach draußen zu gehen und selbst ein bisschen zu kicken, auf ein Ziel oder womöglich sogar auf ein Tor oder eine Torwand zu schießen.

Weitere Spiel-Ideen für die Halbzeit:

Garten-Kegeln:
und wer möchte, gestaltet die selbstgemachten Kunststoffflaschen-Kegel in den Fan-Farben der Lieblingsmannschaft
Pappteller-Pingpong:
mit bunten Luftballons, natürlich in den Fan-Farben
Seifenblasen-Spaß:
Bei gutem Wetter – und solange es noch hell ist
4. Coole Getränke für Klein und Groß
Kleine und große Sportler sollten immer genug zu trinken haben! Das gilt natürlich auch für die Zuschauer auf der WM-Party. Prima Durstlöscher sind Saftschorlen mit Orangensaft oder Kirschsaft – serviert mit schwarzen Strohhalmen ist dann schon gleich der erste Schwarz-Rot-Gold-Akzent gesetzt. Auch alkoholfreie Bowlen, zum Beispiel mit Sprudel, Zitronenlimonade, Wassermelone, Erdbeeren und Kiwi kommen gut bei allen Gästen an. Ob mit oder ohne Alkohol: Je nach Spiel-Paarung können Sie sich auch von den Lieblingsgetränken der gegeneinander spielenden Mannschaften bzw. von den Lieblingsgetränken in den jeweiligen Herkunftsländern inspirieren lassen. Am Donnerstag, den 14. Juni um 17 Uhr wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 vom Gastgeber Russland mit dem Spiel gegen Saudi-Arabien eröffnet. Wie wäre es da zum Beispiel mit russischem Tee oder einem guten arabischen Kaffee?

Bowle mit Wassermelone, Erdbeere und Kiwi (vegan)

✔(Für 6 -8 Personen)
Zutaten:
✔ 400 g Erdbeeren,
✔ 1 Stück Wassermelone,
✔ ca. 500 g,
✔ 2 Kiwis,
✔ 40 g Zucker,
✔ 1 Zitrone,
✔ Saft,
✔ 750 ml trockener Weißwein, gekühlt,
✔ 750 ml trockener Sekt, gekühlt oder stilles Mineralwasser
Bowle

Bowle

✔Zubereitungszeit: 25 min ✔Kühlzeit ca.: 2 h ✔Schwierigkeitsgrad: leicht

Zubereitung:
Die Erdbeeren waschen, putzen und bis auf 1 große schöne Beere klein schneiden. Die Melone schälen, ggf. von den Kernen befreien und in kleine Stücke schneiden. Die Kiwis schälen, längs vierteln und in Scheiben geben. Die zerkleinerten Früchte in ein Bowle-Gefäß geben. Zucker, Zitronensaft und Weißwein zufügen, alles gut vermischen und ca. 2 Stunden kühl stellen. Die Bowle mit dem kalten Sekt (oder Mineralwasser) aufgießen. Die Erdbeere einschneiden und das Bowle-Gefäß damit garnieren.
5. Kleiner Gag am Rand: Russisch-Brot-Buchstaben-raten
Für Spaß und Abwechslung, falls das Spiel noch nicht begonnen hat und Kinder oder Erwachsene gelangweilt sind, sorgt ein kleines Rate-Spiel mit russischen Buchstaben, die es in verschiedenen Varianten in fast allen Supermärkten als „Russisches Brot“ gibt. Alles was Sie brauchen, ist eine Spiel-Leitung, Russisch Brot und eine Schlafbrille oder Augenbinde – das kann auch ein Tuch oder Schal sein. Immer zwei Mitspieler treten gegeneinander an. Ihnen werden die Augen verbunden und die Spiel-Leitung legt Ihnen einen Buchstaben auf die ausgestreckte Zunge. Nun muss nur mit Hilfe der Zunge der Buchstabe im Mund erraten werden. Wer ist schneller? Man kann auch pro Spiel-Team zwei oder drei Durchgänge machen.
6. Für die Spiele am Nachmittag: Russischer Zupfkuchen
Schnell gemacht, bei allen beliebt und er sorgt für „russisches WM-Flair“ im Zuschauer-Team: Genau, gemeint ist der russische Zupfkuchen. Wundervoll saftig, eine Kombination aus Käse- und Schokoladenkuchen, der Liebling aller Süßmäuler, die sich nicht zwischen beidem entscheiden können. Rezepte und Back-Tutorials gibt es haufenweise im Netz – entweder fürs Blech oder für die Kuchenform. Wir haben folgendes Rezept ausprobiert

Russischer Zupfkuchen vom Blech (vegetarisch)

✔(Für 1 tiefes Blech; ca. 40 x 30 cm)



✔Zubereitungszeit: 30 min ✔Backzeit ca.: 45 min ✔Schwierigkeitsgrad: leicht

Zutaten:
✔Butter, für das Blech,
✔400 g Mehl,
✔2 EL Speisestärke,
✔Salz,
✔220 g Zucker,
✔2 EL Vanillezucker,
✔3 TL Backpulver,
✔3 - 4 EL Kakaopulver,
✔2 Eier,
✔250 g weiche Butter

✔Für den Belag:
✔175 g Butter,
✔4 Eier,
✔1 kg Quark,
✔200 ml Sahne,
✔230 Zucker,
✔2 EL Vanillezucker,
✔1 TL Vanilleessenz,
✔2 Päckchen Vanillepuddingpulver,
✔1/2 unbehandelte Zitrone, Abrieb
Russischer Zupfkuchen

Russischer Zupfkuchen



Zubereitung:
Den Backofen auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen. Ein tiefes Backblech mit Butter fetten. Das Mehl in einer Schüssel mit der Stärke, 1 Prise Salz, Zucker, Vanillezucker, Backpulver und Kakaopulver vermischen. Dann die Eier und Butter in Stücken hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Zwei Drittel des Teiges auf das vorbereitete Blech geben und ausrollen. Für den Belag die Butter schmelzen und wieder abkühlen lassen. Den Quark mit der Sahne, Zucker, Vanillezucker, Vanilleessenz Puddingpulver und Zitronenabrieb glatt rühren. Dann die Eier nach und nach unterrühren und die flüssige Butter unterziehen. Die Quarkmasse auf dem Schokoboden verteilen und glatt streichen. Den übrigen Teig in Stücke zupfen, auf die Quarkmasse geben und den Kuchen im Ofen ca. 45 Minuten backen. Den Zupfkuchen herausnehmen, auskühlen lassen und in rechteckige Stücke geschnitten servieren.

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