Wie Manuel Neuer, nur kleiner

Eine Fußballmutti erzählt von ihrem Alltag

Kinder als angehende Fußballprofis

Als Fußballmutti hat man es nicht leicht, kann ich Ihnen sagen. Mein Sohn ist der beste Torwart der F-Junioren. Zumindest ist er davon vollkommen überzeugt. Jahrelang gab es kein Spiel ohne ihn. Ein bisschen wie Manuel Neuer, nur kleiner.

Was das mit mir als Mutter zu tun hat? Es bestimmt meinen Alltag. Total.

  • Jeden Samstag sind wir in Hinterkleindorfbach oder Kleinstadthausen zu einem extrem wichtigen Spiel. Fahrtzeit mindestens zwei Stunden insgesamt. Vor Ort verbringen wir mit Umziehen und Socializing weitere drei Stunden. Das heißt, jeder einzelne Samstag ist hinüber.

  • Jeden Freitag bereite ich irgendetwas zum Essen für eine halbe Fußballmannschaft vor.

  • Einmal im Monat wasche ich zusätzlich die Trikots und Hosen des gesamten Teams inklusive der Ersatzleute.

Nicht schlecht, oder? Zusätzlich hat man als Fußballmutti eine spezielle Blitzableiter-Funktion ...
Als Torwart bei den F-Junioren ist das Leben besonders schwer. Da gehen Spiele schon mal 2:12 aus, weil die Mannschaften häufig sehr unterschiedliche Spielstärken haben oder weil die Verteidiger mitten im Spielzug einen netten Hund am Spielfeldrand entdecken. Wer trägt die größte Last eines solchen Gegentor-Desasters? Natürlich der Torwart. Entweder die gegnerische Mannschaft ist echt mies, dann findet das gesamte Match im gegenüberliegenden Strafraum statt und der Torwart der Siegermannschaft langweilt sich zu Tode, oder das eigene Team packt es nicht und man fängt sich ein Tor nach dem anderen ein. Es gibt also nach jedem Spiel eine auf irgendeine Art geknickte Kinderseele zu beruhigen. Ich muss an dieser Stelle nicht näher erläutern, dass die Rückfahrten vom Spiel meistens nicht sehr harmonisch sind.

Ich meckere hier über mein Schicksal als Fußballmutti, aber dieses Hobby macht meinem Sohn so viel Spaß, dass ich eigentlich keine andere Wahl habe. Torwart ist er übrigens, weil er nicht so gerne läuft. Wenn das nicht schlau ist.

Letztens gab es dann eine echte Katastrophe bei uns: Der Verein hat noch einen anderen Jungen gefunden, der nicht gerne läuft – also einen zweiten Mann für das Tor. Diese Konkurrenzsituation war gar nicht gut. Meine Argumente, dass es doch durchaus von Vorteil ist, nicht jedes Wochenende dem Fußball zu widmen, verhallten ungehört.
Mein Sohn war nicht dazu zu bewegen, irgendetwas Positives an der Situation zu sehen. Er verzog sich tagelang während seiner Freizeit in sein Zimmer. Am Schluss hatte Fußballfan Opa die zündende Idee, wie er den kleinen Mann wieder zurück ins Familienleben bringen könnte.
Opa und Enkel haben neben ihrer gemeinsamen Liebe für das Thema Fußball noch ein gemeinsames Hobby: Sie können stundenlang zusammen puzzeln! Ein Glück, dass die WM ins Haus steht. So hat er gleich zwei Puzzles angeschleppt, die Lust aufs Zusammensitzen machen. Der DFB-Teamball, ein 72-teiliges 3D-Puzzle, das jetzt natürlich im Kinderzimmer steht, war aufgrund des Zahlensystems auf der Rückseite recht schnell fertiggestellt. Zum Glück hatte Opa noch das 1000-Teile-Puzzle mit der DFB-Mannschaft als Motiv besorgt. Das ist eigentlich ein Erwachsenen-Puzzle, wegen der vielen kleinen Teile. Aber gemeinsam bekamen die beiden das gut hin und saßen mehrere Nachmittage zusammen.
Dabei gab es auch genug Gelegenheiten, über das eigentliche Problem zu sprechen. Wenn Opa Ratschläge gibt, haben die einfach eine andere Wirkung auf meinen Sohn, denn Opa ist vom Fach. Bis zu seinem 50. Geburtstag war er aktiv als Spieler im Fußballverein, danach als Trainer. Als er meinem Sohn erklärte, wie wichtig ein zweiter Torwart für den Erfolg des Vereines ist, war schon fast wieder alles gut. Dass der zweite auch mal spielen muss, um zu üben, war plötzlich logisch.
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Die nächsten Tränen zum Thema Fußball gibt es bei uns hoffentlich erst zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Dann sitzt wieder die ganze Familie vor dem Fernseher und schaut die Spiele der deutschen Mannschaft an. Da komme ich nochmal kurz auf das Schicksal der Fußballmuttis zu sprechen. In vielen Familien unseres Freundeskreises haben die Muttis bei jedem Spiel noch eine Aufwärmphase, die aus Einkaufen, Snacks vorbereiten und für die Familie sorgen besteht. Nach dem Spiel räumt die Fußballmutti auf. Das machen wir anders. Jeder Teilnehmer des Family-Viewing hat einen Beitrag zu leisten, damit alle Spaß haben.
Sollte der Fußballspaß zur WM bereits in der Vorrunde enden, oder ein anderes kaum verdaubares Desaster mit sich bringen, gibt es übrigens noch genügend weitere Fußballprodukte von Ravensburger zum Trösten:

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